"Verbundenheit entsteht an der Grenze"


Verbundenheit und Abgrenzung ist wie ein Tanz. Es ist ein Wechselspiel von Nähe und Distanz.

Oft ist in uns eine Sehnsucht, mit dem Partner Eins zu werden, man wünscht sich zu verschmelzen. In der Verschmelzung ist aber keine Bewegung möglich, es entsteht kein Tanz, kein Wachstum. Wenn wir nicht mehr spüren, wo der eine anfängt und wo der andere aufhört, kann es außerdem zu Verstrickungen kommen. Wir fühlen uns nicht mehr handlungsfähig, verlieren unsere Selbstwirksamkeit und ein Gefühl von Ohnmacht kann entstehen.


Wenn ein geliebter Mensch sich abgrenzt, kann es uns verletzen. Es kann der Eindruck entstehen, wir hätten einen Fehler gemacht oder sind nicht wichtig genug – es wird als persönliche Ablehnung interpretiert. Abgrenzung findet nicht immer dort statt, wo das Gegenüber sie als richtig empfindet. Da jeder Mensch aber andere Bedürfnisse und Prägungen mit sich bringt, sind Grenzen sehr individuell.


Was aber, wenn wir anfangen Grenzen als ein Zeichen für Vertrauen und Verbundenheit zu sehen? Was, wenn sie die Intimität widerspiegelt, die zwischen zwei Menschen besteht?


Denn Grenzen setzen, erfordert Mut. Es braucht Vertrauen, sich hinzustellen und zu sagen „Stopp, da kann ich nicht mehr mitgehen“. Es braucht Verbundenheit, sich dem Gegenüber so zu zeigen, wie man ist. Es in Kauf zu nehmen, dass man jemanden verletzt oder die Person sich möglicherweise, für eine Zeit oder ganz, von einem zurückzieht.


Um authentische Grenzen setzen zu können, müssen wir als erstes gut mit uns selbst verbunden sein. Denn nur so, kann man sein Gegenüber daran teilhaben lassen, was gebraucht wird, damit wir uns in einer Beziehung entfalten können. Denn ansonsten kann es passieren, dass wir anfangen uns zu distanzieren, wir aus der Verbindung aussteigen, weil Grenzüberschreitungen uns voneinander entfernen.


Also lasst uns mutig sein und Grenzen setzen, damit wir in Verbindung bleiben können!