Vans und Schamanismus ?


„Du arbeitest schamanisch? Du siehst aber gar nicht spirituell aus“

Solche oder ähnliche Aussagen habe ich schon öfter gehört.

Aber wie schaut jemand aus, der schamanisch arbeitet? Oder wie verhält sich jemand, der sich mit spirituellen Themen auseinandersetzt?


Für mich hat Spiritualität nichts damit zu tun, ob wir eine ganze Bibliothek mit Büchern über Quantenphysik und Astralreisen besitzen. Es ist egal, ob man sich einen Federschmuck auf den Kopf setzt oder mit einer einfachen Jeans und Hoodie herumläuft. Es ist komplett unwichtig, ob wir jeden Tag 2 Stunden Yoga machen und ob wir schon 10 Dankbarkeitstagebücher gefüllt haben oder das eine, seit 3 Jahren leer neben dem Bett steht. Es geht auch nicht darum, seine Chakren täglich zu reinigen oder mit Engeln zu kommunizieren. Es braucht keinen Guru, den man vergöttert und man kann weder richtig noch falsch meditieren. Sich spirituell auszurichten, soll nicht heißen überirdisch zu sein und auf menschliche Bedürfnisse zu verzichten. Es bedeutet nicht, nur mit guten Gedanken und einem ständigen Lächeln durch die Welt zu laufen. Nein - Wir dürfen fluchen und Fehler machen. Wir können auf Hip-Hop stehen, Beziehungen in den Sand setzen und müssen weder auf coole Sneakers noch auf Partys verzichten. Um sich auf den spirituellen Weg zu machen, braucht es nur den Wunsch hinzuschauen. Es bedeutet achtsamer sich selbst und seinen Mitmenschen gegenüber zu werden. Sich mit der eigenen Spiritualität auseinander zu setzen, heißt sich seinen Glaubensmustern, Verletzungen, Ängsten und aber auch seinen Potentialen zu zuwenden. Es bedeutet anzunehmen was JETZT da ist, was gesehen und geheilt werden will. Es bedeutet zu hinterfragen, was das Leben, nebst dem Offensichtlichen, sonst noch zu geben hat. Sich zu trauen sein Herz für das Nicht-Sichtbare zu öffnen - für die Liebe, für die Intuition und die Verbundenheit zwischen allem und jedem.

Es geht darum, dem Leben zu vertrauen, sich seinen eigenen Werten bewusst zu werden und zu versuchen, seinem wahren ICH immer ein bisschen näher zu kommen.


Und ja - ich laufe mit Hoodie und coolen Sneakers rum, geh auf Partys (sobald man wieder kann, bin ich die Erste) und kämpfe mit alten Glaubenssätzen und Ängsten. Und ja - ich kreiere einen heiligen Raum, rufe Mutter Erde und Vater Himmel an, ich versetze mich in Trance und reise in die Unterwelt, um mit dem Inneren Kind zu sprechen.

Denn das eine schließt das andere nicht aus. Wir sind alle spirituelle Wesen. Wir unterscheiden uns nur in der Art und Weise, wie wir unsere eigene Spiritualität leben.