Sehnsucht trifft auf Angst


Die SEHNSUCHT nach echtem Kontakt, nach Intimität und Verbundenheit - Ist da!

Die ANGST vor echtem Kontakt, vor Intimität und Verbundenheit - Ist da!


Um in echten Kontakt gehen zu können, braucht es als Erstes, echten Kontakt zu sich selbst. Es braucht Grenzen, um nicht zu verschmelzen.

Ist der Abstand zu groß - kein Kontakt.

Ist der Abstand zu klein - kein Kontakt.


Was also macht mir Angst, in tiefen Kontakt zu gehen ?


Die Angst, die Verbindung zu mir selbst zu verlieren, wie so oft davor.


Durch meine Hypersensitivität, bin ich viel im Du. Meine Antennen scannen deine Gefühle, deine Gedanken und Sehnsüchte. Ich spüre sie, als wären es meine eigenen. Ich fühle mich tief verbunden, fange an mich mit dir zu identifizieren und übernehme schlussendlich Verantwortung für deine Emotionen.


Deine Erwartungen, deine Traurigkeit und deine Freude sind für mich so präsent, dass ich verschwinde - ich verliere die Verbindung zu mir. Um dann wieder zu mir zurück zu kommen, braucht es viel Achtsamkeit und Kraft.


Dadurch kann es passieren, dass ich aus dem destruktiven, symbiotischen Kontakt, den ich selbst aufgebaut habe, aussteigen muss. Für dich kann es sich so anfühlen, als würde ich dich verlassen. In Wirklichkeit, wende ich mich nur wieder ein bisschen mehr, meinem eigenen verlassenen Selbst zu.

Um das zu erreichen, schalte ich meine Antennen ab und klinke mich aus. Dieses Abschalten ist wie ein Reset - erstmal weniger Wahrnehmung für Dich, wieder mehr Wahrnehmung für mich.


Wenn ich es nicht rechtzeitig schaffe den Reset-Knopf zu drücken, kommen meine Strategien und zwingen mich dazu Abstand zu schaffen. Ich breche einen Streit vom Zaun, ich verbreite eine ungute Stimmung oder bin genervt. Ich erschaffe eine Situation in der ich erreichen möchte, dass DU den Schritt machst und aus dem Kontakt gehst. Ich gebe die Verantwortung ab.

Ist das fair? Nein.

Heisst es, dass ich dich vielleicht zu wenig mag? Nein.

Möchte ich es gerne ändern? Ja.


Also was kann ich tun, um in echten Kontakt zu gehen und auch zu bleiben?


Kommunizieren und Vertrauen.

Ich möchte üben, meine Grenzen rechtzeitig wahrzunehmen und zu kommunizieren, ohne Angst dich zu verletzen oder zu verlieren. Ich möchte dir vertrauen und vor allem zutrauen, dass du selbst für deine Gefühle und Bedürfnisse sorgst, damit ich meine eigenen wahrnehmen und dafür Verantwortung übernehmen kann.


Denn es braucht Ehrlichkeit, Empathie, aber vor allem auch Selbstfürsorge, um echten Kontakt herstellen zu können.