"Loslassen, braucht seine Zeit"


„Loslassen, ist der erste Schritt zur Besserung“ „Nur wer loslässt, ist bereit für was Neues“, haben sie gesagt „ ja, das weiss ich“ habe ich geantwortet und gedacht „ich will aber noch nicht“ Ich brauchte Zeit – um zu verstehen, was überhaupt passiert ist ☆ um Schock und Erstarrung, gehen zu lassen ☆ um mich in den Erinnerungen zu wälzen, Songs zu hören, die mich in ein Tränenreich katapultieren. Ich brauchte Zeit – um im Selbstmitleid und in der Selbstkritik zu versinken ☆ um zu ordnen und zu reflektieren, einen Schritt vorwärts und zwei rückwärts zu machen ☆ um die Geschichte immer und immer wieder mit Freunden zu beleuchten. Ich brauchte Zeit – mir Hilfe zu holen, damit ich nicht noch tiefer falle ☆ um zu zweifeln, an mir, an ihm, an uns ☆ um mich zu fragen: Wer waren wir? Wer bin ich? Ich brauchte Zeit – um zu erkennen, welche Rollen ich übernommen hatte und welche davon gehen dürfen ☆ um mich zu fragen, was mich festhält. Gewohnheit? Angst? Oder doch die große Liebe? Ich brauchte Zeit – um zu hinterfragen, ob sich mein Ego einmischt und denkt, ich könnte einen Gewinn daraus ziehe, wenn Ich weiterhin festhalte? Wenn ja, welchen? ☆ um mein inneres Kind zu beruhigen, das durch die Zurückweisung getriggert wurde Ich brauchte Zeit – um die Emotionen zu fühlen und das Bedürfnis zu erkennen, was dahintersteht ☆ um seine Anteile bei ihm zu lassen und meine zu mir zu nehmen ☆ um Verantwortung zu übernehmen, für meine Gedanken und Gefühle. Ich brauchte Zeit – um zu erkennen, was ich mir zukünftig wünsche und wo meine Grenzen liegen ☆ um mich zu verabschieden, ich für mich allein, ohne ihn Ich brauchte Zeit – um zu verzeihen, ihm, mir ☆ um die Dankbarkeit anzunehmen, für die gemeinsame Zeit. Und dann kam dieser Moment, unerwartet und sanft. Ich fühlte, dass ich es getan habe. Ich hatte losgelassen, leise und ohne es zu merken. Ich hatte ihn auch verlassen und bin gegangen, emotional. Ich brauchte diese Zeit. Ich musste mich dem Schmerz zu- und nicht abgewendet. Loslassen, ist ein individueller Weg. Für mich geht er nur in Liebe, in Frieden und Akzeptanz mit der Situation. Im Mitgefühl für das Gegenüber und vor allem, mit sich selbst. Um dahin zu kommen, braucht es Zeit, Kraft, Menschen die dich auffangen und ganz viel Mut hinzuschauen. Loslassen tut man nicht - loslassen geschieht.


Foto @zweisieben.fotografie